Die subjektiven Gründe für ungewollte Kinderlosigkeit

Viele Frauen und Paare sind mit dem Ausbleiben einer ungewollten Schwangerschaft zunächst überfordert. Eine repräsentative Untersuchung unter kinderlosen Frauen und Männern in Deutschland im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) skizziert die häufigsten subjektiven Erklärungen der eigenen ungewollten Kinderlosigkeit.

Demnach sehen jeder fünfte Mann (19%) und jede sechste Frau (16%) ihre ungewollte Kinderlosigkeit in beruflichem Stress begründet. Privater Stress spielt dagegen geschlechterübergreifend eine untergeordnete Rolle (ca. 5%). Darüber hinaus begründen 26% der Frauen und 41 % der Männer ihre Kinderlosigkeit damit, dass bisher der passende Partner fehlt. Ein Drittel der Frauen (31%) kann sich jedoch vorstellen, auch ohne festen Partner ein Kind zu bekommen.

Überraschend ist indes, dass nur wenige den Weg zum Arzt suchen. Nur 17% der Frauen und 6% der Männer lassen sich von einem Arzt auf organische Ursachen untersuchen. Dabei kann ungewollte Kinderlosigkeit organische (biologische), hormonelle oder psychische Ursachen haben. Vor allem in der jüngeren Altersklasse ist eine medizinische Ursachenuntersuchung die Ausnahme (4% der Frauen). Mit steigendem Alter steigt  hingegen auch die Bereitschaft, sich untersuchen zu lassen. Die Gründe können bei jeder Frau individuell sein. Einerseits ziehen viele Frauen das Thema Unfruchtbarkeit gar nicht in Erwägung. Da sie grundsätzlich keine gesundheitlichen Probleme haben, sehen sie keinen Grund, warum das beim Thema Kinderkriegen anders sein sollte. Andererseits haben Frauen Hemmungen zum Arzt zu gehen, da sie Angst vor einer möglichen Diagnose haben. Die Unfruchtbarkeitsdiagnose eines Arztes stellt für viele ein endgültiges und zweifelsfreies Urteil dar. Für eine Frau bzw. ein Paar, das sich nichts sehnlicher als ein eigenes Kind wünscht, bedeutet dies einen extremen Eingriff in die Lebensplanung.

Sowohl eine medizinische Untersuchung als auch eine psychologische Beratung können jedoch in den meisten Fällen eine Klärung der Ursachen hervorbringen. Auf Basis derer kann daraufhin eine zielgerichtete Behandlung geplant werden.

Bei LARAcompanion entwickeln wir einen digitalen Maßnahmenkoffer, der Frauen und Paare auf dem Weg zum Wunschkind durch eine Smartphone-App zum Aufzeichnen ihrer Symptome unterstützt und zusätzlich Übungen zur Stressreduktion anbietet. Der diskrete digitale Helfer ermöglicht es den Frauen und Paaren so, dem behandelnden Arzt auf Wunsch mehr Daten zukommen zu lassen, damit dieser die passende Therapie zur richtigen Zeit anwenden kann. Denn besonders bei unerfülltem Kinderwunsch ist Zeit ein wertvolles Gut.

 

Quellen:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2015). „Kinderlose Frauen und Männer – Ungewollte oder gewollte Kinderlosigkeit im Lebenslauf und Nutzung von Unterstützungsangeboten“

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